Maximilian Schreiner
Max ist leitender Redakteur bei THE DECODER. Als studierter Philosoph beschäftigt er sich mit dem Bewusstsein, KI und der Frage, ob Maschinen wirklich denken können oder nur so tun als ob.
Read full article about: Millionen Menschen nutzen KI-Chatbots bereits als Finanzberater
Millionen Menschen nutzen bereits Chatbots wie ChatGPT für ihre Rentenplanung, berichtet die Financial Times. Laut einer Lloyds-Bank-Umfrage verwendet mehr als die Hälfte der befragten Briten KI für Finanzfragen. Experten weisen aber auf klare Grenzen hin, so auch die britische Finanzaufsicht FCA, die erst kürzlich vor Halluzinationen warnte.
Ein Test von Which? zeigte beispielsweise im November, dass gängige Chatbots wie ChatGPT, Gemini, Perplexity oder Meta AI Gesamtbewertungen von nur 55 bis 71 Prozent erzielten. Trotzdem ist der Druck auf die Finanzindustrie groß: Rentenanbieter wie Scottish Widows entwickeln mittlerweile eigene KI-Tools.
"Ich denke, das ist die große Gefahr von KI: dass die Leute annehmen werden, sie wüssten, was sie nicht wissen", warnt dagegen JPMorgan-Stratege John Bilton. Wenn Nutzer KI als Investment-Tool statt als reines Datenwerkzeug verwenden, riskieren sie laut Bilton, "zugrundeliegende Verhaltensverzerrungen – wie die Tendenz, zu viel Bargeld zu halten oder zu oft zu handeln – stärker zu machen".
Ein Gegenbeispiel ist ein 41-jährige Software-Ingenieur, der sein gesamtes 200.000-Dollar-Portfolio von ChatGPT umstrukturieren ließ. ChatGPT riet ihm, seine Risiken breiter zu streuen: 80 Prozent in einen Marktindex-Tracker und den Rest in einen Anleihen-ETF. Er betonte laut der Financial Times, dass das Gespräch mit dem Chatbot ihm vor allem auch half, "sich zu verpflichten und [den Plan] tatsächlich auszuführen".
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Quelle: FT
WSJ-Bericht liefert neue Details zum KI-Einsatz im Krieg gegen den Iran
Das Wall Street Journal bestätigt und erweitert bisherige Berichte über den massiven Einsatz generativer KI im US-Militäreinsatz gegen den Iran. Neue Details zeigen, wie tief KI bereits in Aufklärung, Zielauswahl und Logistik verankert ist.
Read full article about: Anthropic offiziell als Lieferkettenrisiko eingestuft, CEO Amodei kündigt Klage an
Das Pentagon hat Anthropic am Mittwoch offiziell mitgeteilt, dass das Unternehmen und seine Produkte als Risiko für die US-Lieferkette eingestuft werden. Anthropic-CEO Dario Amodei kündigte darauf hin nun an, die Einstufung vor Gericht anzufechten. Laut Amodei betrifft die Maßnahme nur die Nutzung von Claude im Rahmen direkter Verträge mit dem Verteidigungsministerium, nicht alle Kunden.
Der Streit eskalierte, nachdem Anthropic Zusicherungen verlangt hatte, dass seine KI nicht für Massenüberwachung von US-Bürgern oder autonome Waffen eingesetzt wird. Claude ist derzeit das einzige KI-System, das in der geheimen Cloud des Pentagons läuft, und wird aktiv im Iran-Einsatz genutzt.
Amodei entschuldigte sich in der Ankündigung auch für einen internen Beitrag, der an die Presse weitergegeben wurde. Der Beitrag "spiegelt nicht meine sorgfältig abgewogenen Ansichten wider", so Amodei. Dieser sei unter dem Eindruck des Trump-Posts auf Truth Social, der Ankündigung von Kriegsminister Hegseth auf X und eines OpenAI-Deals mit dem Pentagon innerhalb weniger Stunden entstanden.
Anthropic bietet an, seine Modelle dem Militär weiterhin zu minimalen Kosten bereitzustellen, bis ein Übergang abgeschlossen ist. Das Unternehmen wird aktuell mit 380 Milliarden Dollar bewertet und nähert sich einem Jahresumsatz von 20 Milliarden Dollar.
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Quelle: Anthropic
Read full article about: Oracle streicht tausende Stellen wegen hoher KI-Kosten
Oracle plant die Streichung tausender Stellen, um die hohen Kosten für den massiven Ausbau seiner KI-Rechenzentren zu bewältigen, berichtet Bloomberg. Die Kürzungen betreffen mehrere Abteilungen und könnten noch im März umgesetzt werden. Teils zielen sie auf Jobkategorien, die durch KI weniger gebraucht werden. Oracle hatte Ende Mai 2025 rund 162.000 Mitarbeiter weltweit. Unter Chairman Larry Ellison investiert Oracle massiv in Rechenzentren für KI-Kunden wie OpenAI.
Analysten erwarten, dass der freie Cashflow des Unternehmens in den kommenden Jahren negativ wird, bevor sich die Ausgaben ab 2030 auszahlen. Im Februar kündigte Oracle an, dieses Jahr bis zu 50 Milliarden Dollar über Schulden und Aktien aufzunehmen. Die Aktie ist seit September 2025 um 54 Prozent gefallen. Oracle hatte bereits im September eine Restrukturierung mit Kosten von bis zu 1,6 Milliarden Dollar angekündigt – die größte in der Firmengeschichte.
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Quelle: Bloomberg
KI-Modelle können ihre eigenen Gedanken kaum kontrollieren, und OpenAI hält das für eine gute Nachricht
Mit GPT-5.4 Thinking berichtet OpenAI erstmals über die „CoT-Kontrollierbarkeit“ eines Modells. Eine begleitende Studie zeigt: Reasoning-Modelle scheitern fast durchgängig daran, ihre Gedankenketten gezielt zu manipulieren. Für die KI-Sicherheit ist das eine gute Nachricht.
Read full article about: Tech-Giganten versprechen im Weißen Haus, Stromkosten für KI-Rechenzentren selbst zu tragen
Google, Microsoft, Meta, Amazon, Oracle, xAI und OpenAI haben im Weißen Haus eine freiwillige Selbstverpflichtung unterzeichnet, die Stromkosten für ihre Rechenzentren selbst zu tragen. Die Zusage ist nicht rechtlich bindend. Damit soll verhindert werden, dass der hohe Energiebedarf von KI-Rechenzentren die Stromrechnungen von Haushalten und kleinen Unternehmen in die Höhe treibt, berichtet Reuters.
Präsident Trump hatte die sogenannte "Ratepayer Protection Pledge" erstmals in seiner Rede zur Lage der Nation angekündigt. Die Unternehmen verpflichten sich, eigene Stromquellen zu beschaffen oder bestehende Kraftwerke auszubauen und Netzausbaukosten zu übernehmen.
Kritiker wie Jon Gordon von Advanced Energy United bezweifeln laut Reuters, dass neue Kraftwerke schnell genug gebaut werden können, um die Netze zu entlasten – zumal die Regierung auf Erdgas statt auf schneller realisierbare Solar- und Windenergie setze. Die Initiative fällt in die Vorwahlzeit der US-Zwischenwahlen im November, in der steigende Energiekosten ein zentrales Wählerthema sind.
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Quelle: Reuters
Yann LeCun will den AGI-Begriff abschaffen und durch "Superhuman Adaptable Intelligence" ersetzen
Ein neues Paper von Forschern der Columbia University und NYU, darunter Yann LeCun, argumentiert, dass AGI ein fehlerhaftes Konzept ist. Menschliche Intelligenz sei nicht allgemein, sondern spezialisiert. Stattdessen schlagen sie den Begriff der „Superhuman Adaptable Intelligence“ vor.